Kein Bikeverbot in Hessen! Biker wehrt Euch!

Unter diesem Motto haben wir als Interessensvertretung nicht nur eindrucksvoll ein landesweites Radfahrverbot auf dem größten Teil der Waldwege in Hessens Wäldern verhindert, sondern maßgeblich dazu beigetragen, dass am 27.06.2013 in Hessen ein modernes und liberales Betretungsrecht gesetzlich verabschiedet wurde, das unseres Erachtens ein bundesweites Vorbild darstellt. 

Die Novelle des hessischen Landesforstgesetzes stellte die DIMB wohl vor die größte Herausforderung ihrer noch jungen Geschichte. Über Jahre hinweg entwickelte sich Hessen immer mehr zu einem Bundesland, in dem Mountainbiker zu Bürgern zweiter Klasse deklassiert wurden. Ende 2011 eröffnete uns das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) inoffiziell seinen Plan, nur noch Wege für das Radfahren freigeben zu wollen, die ganzjährig mit zweispurigen, nicht geländegängigem PKW befahren werden können. Dies wäre einem umfassenden Bikeverbot gleich gekommen und wir machten dem HMUELV deutlich, dass wir das nicht akzeptieren würden.

Als wir dann unmittelbar vor Beginn der Sommerferien in Hessen am 27.06.2012 den Referentenentwurf für ein neues Hessisches Waldgesetz erhielten, starteten wir unsere Kampagne. Unsere öffentliche Gegenwehr über Facebook, IBC-Forum, TV, Hörfunk und die gesamte Hessische Tagespresse mobilisierte wahrhaft Massen von Menschen in Hessen und anderswo. Dies spiegelte sich insbesondere im Ergebnis einer Online-Petition und Papier-Unterschriftensammlung wieder, die insgesamt über 50.000 Unterzeichner fanden. Auch konnten wir mit der Resolution „Freies Betretungsrecht im Wald erhalten“, die von zwölf Sport-, Naturschutz-, Verkehrs- und Jugendverbänden, darunter neben der DIMB, dem ADFC, dem HRV und DAV auch der Landessportbund Hessen, der Naturschutzbund Hessen, die Naturfreunde Hessen und der Hessische Jugendring, ein großes Bündnis organisieren, dessen Stimme nicht zu überhören war.

"Selten ist ein Gesetzesvorhaben auf so geballten Protest gestoßen wie der Entwurf zum hessischen Waldgesetz." konstatierte die Frankfurter Rundschau nur knapp vier Wochen nach Start unserer Kampagne, denn wir konnten das Thema nicht nur über Wochen und Monate in die Medien bringen und dort halten, sondern auch Stück für Stück immer mehr Rückhalt für unsere Positionen und Argumente finden. Ein Höhepunkt dabei war sicher die von uns initiierte gemeinsame Resolution „Freies Betretungsrecht im Wald erhalten“. Aber auch die von der Hessischen Umweltministerin einberufenen Runden Tische und vor allem deren Ergebnisse, die in vollem Umfang in den am 04.12.2012 eingebrachten, in Bezug auf das Betretungsrecht komplett neu gefassten Entwurf des Hessischen Waldgesetzes eingeflossen sind, sind aus Sicht der DIMB als große Erfolge zu betrachten. Ein Vergleich unserer Stellungnahmen zum ersten und inhaltlich total verunglückten Gesetzesentwurf mit den Ergebnissen des Runden Tischs sowie mit am 27.06.2013 verabschiedeten neuen Hessischen Waldgesetz zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich unsere Argumente und Vorschläge waren. 

Mit unserer Initiative in Hessen haben wir als Verband gezeigt, dass wir die Interessen unserer Mitglieder und aller Mountainbikerinnen und Mountainbiker engagiert und erfolgreich vertreten. Wenn wir heute lesen "Dank der DIMB haben die deutschen Biker eine politische Stimme" dann macht uns das sehr stolz. Aber das alles hätten wir ohne den großen Rückhalt unserer Mitglieder und Mitgliedsvereine, aber auch die überwältigende Unterstützung durch die gesamte Mountainbikeszene nicht schaffen können.

Die Kampagne in Hessen hat uns gezeigt, dass wir gemeinsam viel erreichen können!

Dokumentation

Pressemitteilungen der DIMB

Protokolle


Gesetz und Stellungnahmen 

Flyer und Plakate

Unsere "Open Trails Hessen!" Plakate erregten große Aufmerksamkeit.

Medienberichte

Die für gute Recherchen bekannte Frankfurter Rundschau hat uns die Veröffentlichung der nachfolgenden Artikel gestattet: