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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur „2-Meter-Regel“ in Baden-Württemberg

Was ist das überhaupt, die „2-Meter-Regel“?

Baden-Württemberg hat 1995 das Waldgesetz des Bundes, das das Befahren von Wegen mit dem Fahrrad grundsätzlich erlaubt, durch die Zwei-Meter-Regel verschärft.
Damit wird das Fahrradfahren im Wald auf Wegen unter zwei Meter Breite verboten.

Warum wurde dieses Verbot erlassen?

Man ist damals davon ausgegangen, dass Radfahrer
- die schmalen Pfade und Wanderwege stark beschädigen
- das Wild übermäßig stark verschrecken
- Wanderer gefährden
Vor allem wurde befürchtet, dass es über die Gefährdung hinaus zu hohen Unfallzahlen bei der gemeinsamen Nutzung von Pfaden und Wanderwegen durch Radfahrer und Fußgänger kommen kann.

Das klingt doch nach guten Gründen für dieses Verbot?

Richtig, allerdings hat sich keine dieser Annahmen bewahrheitet.
Untersuchungen verschiedener Universitäten haben ergeben,
- dass Radfahrer die Wege nicht beschädigen und wenn, dann nicht stärker, als das auch Wanderer tun
- dass der Einfluss auf das Wildverhalten ebenfalls insgesamt nicht stärker ist als der von Wanderern
- es auch für die befürchtete Unfallgefahr keine Belege gibt.

Aber könnte nicht gerade das Verbot dafür verantwortlich sein, dass es keine Unfälle gab?

Theoretisch ja. In der Praxis ist das Gesetz aber einer hohen Zahl von Radfahrern unbekannt. Auch von behördlicher Seite gab es nie den Versuch, dem Gesetz durch Kontrollen im Wald Geltung zu verschaffen.
Aus Ländern wie Thüringen, in denen die Zwei-Meter-Regel wieder abgeschafft wurde, sind ebenfalls keine erhöhten Unfallzahlen auf schmalen Pfaden und Wanderwegen bekannt.
Dagegen ereignen sich die wenigen schweren Radunfälle mit Fußgängern gerade auf den über zwei Meter breiten Forstwegen, weil dort mit entsprechend hohen Geschwindigkeiten gefahren werden kann.

Wenn das Gesetz sowieso nicht angewendet wird, warum soll es dann abgeschafft werden?

Man kann die 2m auch dann mangels Geländemarken (Bordsteine,…) nicht messen, wenn man wollte.
Zum anderen handelt es sich um einen Verstoß gegen das Grundgesetz: Die Diskriminierung von Radfahrern widerspricht dem Grundrecht auf allgemeine Handlungsfreiheit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit.
Schließlich fehlt auch die Übereinstimmung mit dem Bundeswaldgesetz, das für Sperrungen einen wichtigen Grund vorsieht. Einen belegbaren wichtigen Grund für die „2m-Regel“ gibt es nicht.
Vor allem aber wird durch die „2m-Regel“ die wohl schönste Verbindung von Ausdauersport- und Naturerlebnis in die Illegalität getrieben.

Auch wenn das eher mit Unrecht zu tun hat, sehen sich immer wieder Waldbesucher dazu ermächtigt, dem „gesetzeswidrigen“ Handeln der Radfahrer durch eigene Aktionen Einhalt zu gebieten. Nicht selten „findet“ man auf Wegen deponierte Äste und andere bewußt geschaffene Hindernisse.

Was für rechtliche Folgen hat die „2-Meter-Regel“?

- Sie kann zu haftungs- und versicherungsrechtliche Konsequenzen führen.
Übungsleiter in Sportvereinen und an Schulen machen sich grundsätzlich einer Ordnungswidrigkeit schuldig , wenn sie im Rahmen einer Mountainbike-Gruppe oder -AG die entsprechenden Wege im Wald befahren wollen.
- Fahrradreise-Anbieter, die in anderen Bundesländern problemlos „Single-Trail-Touren“ anbieten können, können das in BW nicht. Denn hier darf nur auf „Forstautobahnen“ gefahren werden.
- Für die Schuldfrage bei einem Unfall mit Fussgängern ist die 2 Meter Regel überflüssig, da der Radfahrer regelmäsig als der stärkere Verkehrsteilnehmer gesehen wird.
- Hingegen hat die Abschaffung der „2-Meter-Regel" keine haftungsrechtlichen Folgen für die Besitzer der dann „entsperrten“ Wege. Es gilt vielmehr wie überall auf Waldwegen wie schon vor 1995: „Benutzung auf eigene Gefahr, vor allem ist auf waldtypische Gefahren zu achten“.

Was wird sich im Wald nach der Abschaffung der „2-Meter-Regel“ ändern?

Die meisten Mountainbiker befahren schon heute schmale Waldwege. Mit einer Zunahme des Verkehrs auf Trails ist deshalb nicht zu rechnen. Da sich Wanderer und Biker dann auf "Augenhöhe" begegnen, gibt es ein besseres Miteinander im Wald. Die DIMB als MTB Verband setzt sich mit Ihren "Trail Rules" für gegenseitige Rücksichtnahme ein.

Was kann man gegen die „2-Meter-Regel“ tun?

- Die Petition an den Landtag zur Abschaffung der „2m-Regel“ ist beendet. 
- Man kann jeden Menschen per Mail oder direkte Ansprache kontaktieren, der etwas gegen Bürokratie hat, vor allem natürlich gegen die „2-Meter-Bürokratie“.
- Mitreden auf MTB-News.de Forum "Änderung des Betretungsrechts in Baden-Württemberg"
- Facebook Artikel liken und teilen "DIMB Open Trails"
- Schreibe Deinen Landtagsabgeordneten auf Abgeordnetenwatch
- Wer Politiker kennt, kann das Thema auch mit ihnen erörtern.
- Mail mit Deinen Ideen an " Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. "
- Um diesem „2-Meter-Unfug“ Einhalt zu gebieten, sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

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